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ARGOS
Edition Neue Klassik

Gottfried Fischborn (Hrsg.)
Das Lied seines Weges
Festschrift für den Dichter Alfred Matusche (1909-1973)
Mainz: VAT Verlag Andre Thiele 2009
302 S., Klappenbroschur, 18.90 EUR
ISBN 978-3-940884-07-7



Die Werkausgabe der Dramen Alfred Matusches finden Sie hier.



18,90 EUR

incl. 7% USt.

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Auf den Merkzettel.



Weißt du, solange die Häuser höher gebaut werden als die Bäume wachsen, wird das mit der Menschheit nichts. Und mit dieser Gesellschaft wird das auch nichts, weil die Menschen vergessen haben zu beten. Kommunismus ist eine schöne Sache. Aber wenn man vergessen hat zu beten, sollte man Kommunismus nicht als Ziel ansteuern.
Alfred Matusche

Bei Ihnen ist jede Zeile, die Sie schreiben, wahr.
Bertolt Brecht zu Matusche

Ein seltsamer Kommunist war das, dieser DDR-Bürger, von dem sein engster Freund sagte: "Er ist eigentlich nie in der DDR gewesen." Für Matusche waren Weltanschauungen nichts verpflichtendes: "Noch weniger: das Erreichbare in der Durchschnittlichkeit. Religion ist die letzte Einheit, die dauernde Mitte als Spannung und Ruhe zugleich."

Alfred Matusche ist vergessen. Die gängigen Literaturlexika kennen ihn kaum, das Feuilleton übergeht ihn und überging ihn schon zu Lebzeiten. Seine Stücke sind schwer auffindbar. Und doch: Vergessen? Immer wieder finden seine Dramen den Weg auf namhafte deutsche Bühnen. Immer wieder beziehen sich einzelne treue Freunde und späte Schüler auf ihn. Vielleicht war er seiner Zeit zu weit voraus und wird erst jetzt von ihr eingeholt? Er mit seiner Frage: "Ist Gott einholbar?" Es heißt, 1945 habe er mit der Pistole in der Hand eine Bauernkommune gegründet und wurde so Vorbild für das Stück "Moritz Tassow" von Peter Hacks. Was war das für einer? Und vor allem: Was bedeutet er heute?

Im Jahr des hundertsten Geburtstags dieses außergewöhnlichen Dramatikers versammeln wir Beiträge in einer Festschrift, die sowohl Matusche-Kenner als auch Neuleser an diesen schwierigen, unzeitgemäßen und trotzdem so sehr spannenden Autoren heranführen sollen.

(Zum 8. Oktober bringen wir eine Ausgabe von Matusches Dramen in einem Band.)



Pressestimmen

* Martin Linz, "Linzers Eck"; in: Theater der Zeit, März 2009, S. 73

Alfred Matusche, Dichter und Vagabund, wäre in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden, gestorben ist er schon 1973, ausgezehrt vom unsteten Leben, lebenslangen materiellen Sorgen und dem Gefühl, nicht wirklich erwünscht zu sein. [...] Was andererseits kein Theater, keine Dramaturgie, die etwas auf sich hält, daran hindern sollte, das dramatische CEuvre Alfred Matusches zwecks Revitalisierung sorgsam zu prüfen. Interessante Entdeckungen dabei verspricht Martin Linzer.

* Klaus Walther, Wiederentdeckung eines Stückeschreibers; in: Chemnitzer Freie Presse v. 15.12.2009:

Nun sind im Jahr seines 100. Geburtstages zwei Publikationen erschienen, die den Versuch unternehmen, Matusche und sein Werk näher zu bringen. Eine Festschrift, herausgegeben von Gottfried Fischborn bietet neben den Erinnerungen von Peter Sodann Analysen seiner Werke, Rückblicke und Ausblicke. Aber leider gibt es keine biografische Spurensuche, die man in dem Band seiner Dramen, ebenfalls herausgegeben von Fischborn findet. Ob dies zu einer Neuentdeckung Matusches führt, man wird es sehen, verdient hätte es das Werk dieses fast vergessenen Autors.

* Mathias Biskupek, Die Außenseiter; in: Eulenspiegel, 1 / 2010, S. 60:

Das erste abgedruckte Stück heißt »Das Lied meines Weges«. Herausgeber Fischborn wandelte diesen Titel zu Das Lied seines Weges (ebenfalls VAT) und sammelte darunter Texte einer Festschrift. Die ist nur broschiert und mit 300 Seiten nicht ganz so umfangreich wie die Dramensammlung, doch was die sechzehn Mitstreiter, Matusche-Forscher und Nachlass-Verwalter mitteilen, ist ein beachtliches Stück Theater-, Kultur- und Landesgeschichte. Peter Sodann erzählt von Matusches Wohnungseinrichtung — nur wenige bekamen diese zu Gesicht, und Martin Linzer druckt mutig die eigenen jahrzehntealten Theaterkritiken. Christoph Schroths Probennotate führen vor, wie genau, wie pingelig und mühselig man sich in der DDR an eine Aufführung herantastete. Es fehlen nicht Berichte von Stasi-Störungen einer Matusche-Aufführung— aber fast alle Autoren dieses Bandes verweisen darauf, dass man gerade dem Dichter Matusche nicht beikommt mit Begriffen wie Dissident oder Staatstrompete. Da ist er seinem Kollegen Hacks eng verwandt.



Inhalt

Einleitende Bemerkungen

Erinnerung und Hommage
Hans-Joachim Frank: Wenn ich noch einmal ein Theater gründen würde ...
Peter Sodann: Mein Freund Alfred Matusche
Silke Panzner: Begegnungen mit Alfred Matusche
Jens Mehrle: Versäumte Sommer
Jan Decker: Auf ein Bierchen bei Oskar? Matusche lesen

Das Drama Alfred Matusches
Ursula Heukenkamp: Alfred Matusche. Plebejer in der sozialistischen Literatur
Felix Bartels: Wetterwechsel. Beobachtungen zu Alfred Matusches erstem Stück »Welche, von den Frauen?«
Gottfried Fischborn: Zum »Regenwettermann«
Manfred Pauli: Matusches DDR in seinen Stücken
Gottfried Fischborn: Allegorie der romantischen Subjektivität. »Van Gogh« – ein Autor in seinem Text
Petra Bläss-Rafajlovski: Kriegsdarstellung und Friedensbilder in Alfred Matusches Stücken

Matusches Theater
Martin Linzer: Richtung Dorfstraße & Sieben Theaterkritiken
Heinar Kipphardt: Vorbildliche Zusammenarbeit. Zur Uraufführung von Alfred Matusches »Die Dorfstraße«
Christoph Schroth: Notate, Skizzen, Gespräche. Material zur Inszenierung von »Kap der Unruhe«, Berlin 1972
Gottfried Fischborn: Matusches Poesie
Rolf Winkelgrund / Gabi Reinhardt: Gespräch über eine Inszenierung: »Die Nacht der Linden«, Potsdam 1979
Gabi Reinhardt: »Rag aus Stein und Beton« – Ein Aufbaustück der DDR im westlichen Heute. Zur Rezeption von »Kap der Unruhe«
Jörg Mihan: theater 89 spielt Alfred Matusche: Was wir erreicht haben und was wir nicht erreicht haben

Anhang
Biographie
Bibliographie
Verzeichnis der Inszenierungen
Die Autoren



Pressestimmen

* Jochanan Trilse-Finkelstein, Alfred Matusche; in: Ossietzky 1/2010:

Die Bühnen mißachten dieses Erbe inzwischen. Vielleicht werden spätere Generationen Matusche wie weiland Kleist, Büchner oder auch Barlach für sich entdecken, und die kritisch akkla-mierende Gesellschaft wird staunend sagen: „Ach ...! Wie war das möglich?“ Einer hat das nun schon im Jahre 2009 gewagt: Der einstige Leipziger, nun Wiesbadener Theaterwissenschaftler Gottfried Fischborn hat Matusches Dramen im Verlag André Thiele in Mainz herausgegeben, so, wie sie unseren Henschel-Ausgaben vorlagen. Dazu eine Festschrift zum 100. Geburtstag mit dem Titel „Das Lied seines Weges“. Die meisten Autoren sind solche, die sich schon seinerzeit um AM bemüht haben, Schauspieler, Regisseure, Kritiker. Herausragend der Beitrag von Heinar Kipphardt über die Zusammenarbeit an der Uraufführung der „Dorfstraße“.




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